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Corona und warum es nicht egal ist, woher dein Welpe kommt


Coronazeit ist Welpenzeit, aktuell gibt es eine wahre Welpenschwemme. Grundsätzlich, ist natürlich erst einmal gar nichts gegen die Anschaffung eines Hundes einzuwenden, gerade, wenn du momentan in einer Phase bist, in der du ausreichend Zeit hast. Und wenn – und genau das ist der Punkt – die Anschaffung gut überlegt ist. Und wenn du sicher bist, dass ein Hund perfekt in dein Leben passt, solltest du unbedingt überlegen, woher dein Welpe kommen soll.

Es soll ein junger Hund sein und du hast dir das sehr genau überlegt? Sehr, sehr gut. Dies sollte natürlich immer der Fall sein und generell sollten bestimmte Dinge immer vorher geklärt werden (Hundehaltung erlaubt, Allergien, was passiert mit dem Hund im Urlaub, etc.). Gerade aber in der jetzigen Zeit, solltest du dir über ein paar zusätzliche Dinge Gedanken machen, die du vielleicht aktuell nicht so auf dem Schirm hast, bzw. in die ein Hund außerhalb von Corona ganz anders hineinwächst.

Welpen und Corona

Ist der Hund auch nach dem Lockdown, wenn das Arbeitsleben wieder stattfindet, gut versorgt? Passt der Hund auch nach dem Lockdown noch in dein soziales Leben? Bist du eigentlich ein Mensch, der viel unterwegs ist, sehr gerne auf Reisen, der gerne ins Kino, Theater, Museum, etc. geht und was passiert in dieser Zeit mit deinem Hund? Daneben sollte, natürlich gerade zu Zeiten, in denen sich die ganze Familie zu Hause tummelt, darauf geachtet werden, dass der Hund genügend Ruhe bekommt und ganz wichtig, das Alleinebleiben auch jetzt schon lernt (hier sollte man auch an die schon vor Corona im Haushalt lebenden Hunde denken, die alleine bleiben vielleicht gar nicht mehr gewohnt sind). 
Hast du dir also die Anschaffung eines Hundes auch wirklich sehr gut, richtig gut überlegt und dich dafür entschieden und dich zusätzlich für einen Welpen entschieden, dann gilt es jetzt den passenden Hund für dich zu finden.

Woher soll dein Welpe kommen?

Ich gehe mal davon aus, dass du dich selbstverständlich auch darüber informiert hast, welcher Typ Hund, bzw. welche Rasse zu dir und deinem Leben passt. Nun gibt es die Möglichkeit, einen Welpen von einem (Hobby-)Züchter zu holen, aus dem Tierheim oder dem Tierschutz oder aus einem privaten Wurf. Jetzt ist es aber, wie ich eingangs schon schrieb so, dass gerade jetzt sehr viele Leute die gleiche Entscheidung getroffen haben wie du und einen Welpen in ihre Familie aufnehmen möchten. Und da fängt das Problem an. Die Nachfrage nach Welpen ist gerade enorm hoch und kann, je nach Rasse, häufig nicht mehr befriedigt werden. Zumindest nicht von seriösen Züchtern und von seriös arbeitenden Tierheimen und Tierschutzorganisationen.

Engagement, Zeit und Geduld

Viele Tierheime und Tierschutzorganisationen haben die Kriterien für eine Vermittlung erhöht, um dem Ich-schaffe-mir-mal-eben-einen-Hund-an vorzubeugen. Zusätzlich gestaltet sich die Einfuhr von Hunden aus dem Auslandstierschutz teilweise aufgrund der Coronaregelungen schwierig. Das heißt, es braucht ein wenig Engagement, Zeit und Geduld, um auf diesem Wege einen Welpen zu bekommen (der dann vielleicht auch schon kein Welpe mehr, sondern ein Junghund ist).
Für Züchter, sofern sie einem Verband angehören, gelten bestimmte Regeln, was die Zucht angeht, unter anderem ab welchem Alter und wie häufig eine Hündin gedeckt werden darf. Außerdem bedeutet seriös betriebene Hundezucht eine Menge Aufwand, Zeit und Geld und das schon, bevor die Welpen überhaupt geboren sind. Es kann also sehr gut sein, dass du eine Zeit lang auf deinen Welpen warten musst und dieser nicht innerhalb der nächsten Wochen, in denen du noch sicher im Home office sitzt, zu dir kommen kann.

Sofort verfügbar?

Und trotzdem hat doch gefühlt gerade jeder einen Welpen. Ohne große Wartezeit, ohne großen Aufwand und dann teilweise noch günstiger als bei dem Züchter, bei dem du dich erkundigt hast. Wie kann das sein, wo kommen die denn alle her? Schaut man mal in Anzeigenportale im Internet, lässt sich diese Antwort ganz einfach beantworten. Welpen jeder Rasse, ausgefallene Mixe, ungewöhnliche Fellfarben, für jeden Geschmack ist etwas dabei. Und sollte das nicht der Fall sein: Der „Züchter“, kennt da jemanden und kann den passenden Welpen besorgen. Die Freude bei dir ist groß, du musst also doch nicht noch ein halbes Jahr auf deinen Welpen warten und kannst ihn sofort zu dir holen.

Vorsicht!

So sehr ich den Wunsch verstehen kann, dass du dein neues Familienmitglied schnell in deine Arme schließen möchtest, dass du nicht ewig darauf warten möchtest: Bitte tu es nicht! Bitte kaufe keinen Welpen bei einem solchen „Züchter“! Wenn du einmal genau darüber nachdenkst, dann müsste dir klar werden, dass es nicht seriös sein kann, wenn man einen Welpen, wie aus einem Katalog bestellen kann. Bei diesen, angeblichen Züchtern, handelt es sich schlicht und einfach um Vermehrer. Menschen, die Hunde produzieren und verkaufen, ohne dass ihnen das Wohlergehen und die Gesundheit, dieser Hunde am Herzen liegt. Im Gegenteil, es ist ihnen schlicht egal. Häufig ist der Verkäufer noch nicht einmal der „Züchter“ und die Hunde stammen auch nicht aus Deutschland, sondern aus dem umliegenden Ausland.

Kriterien

Hier einmal eine Auswahl an Kriterien, die einen seriösen Züchter auszeichnen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  • Der Züchter züchtet ein bis zwei Rassen und ist häufig einem Zuchtverband angeschlossen.
  • Zumindest die Mutterhündin ist vor Ort, aber häufig besitzt ein Züchter auch mehrere Hunde, unterschiedlichen Alters (ältere Tiere, Tiere die nicht (mehr) zur Zucht eingesetzt werden).
  • Er/Sie steht gerne für Fragen zur Verfügung und stellt auch selbst viele Fragen, denn er/sie möchte ja, dass der Welpe in die besten Hände kommt.
  • Du musst unter Umständen mit einer längeren Wartezeit rechnen, da die Welpen nicht zu jung (nicht unter 8 Wochen abgegeben) werden.
  • Der Züchter/die Züchterin gibt die Welpen nur gesund, geimpft und gechipt ab mit den nötigen Papieren (EU-Heimtierausweis/Impfpass, evtl. Zuchtpapiere).
  • Er/Sie steht dir auch weiterhin mit Rat zur Seite und würde den Welpen im Notfall zurücknehmen oder bei der weiteren Vermittlung behilflich sein.

Der schnelle Euro

Natürlich gibt es auch außerhalb von Zuchtverbänden Züchter, die ihre Welpen sehr sorgfältig aufziehen (genauso wie es auch innerhalb von Verbänden schwarze Schafe geben kann) und auch ein sogenannter „Ups“-Wurf aus der Nachbarschaft oder vom Bauernhof könnte eine Alternative sein und ist nicht per se immer und nur schlecht. Aber auch hier ist darauf zu achten, dass es nicht nur um den schnellen Euro nebenher geht und mal eben so Hunde miteinander verpaart werden. Erfüllt jemand diese Kriterien nicht, dann nimm bitte Abstand davon, von so jemandem einen Hund aufzunehmen, auch wenn der Hund noch so niedlich und er dir noch so leid tut. Informiere lieber die Behörden.

Unterstütze nicht das Hundeleid

Mit deinem Kauf würdest du weiteres Hundeleid unterstützen, auch wenn du nur diesen einen Hund aufnimmst, auch wenn du glaubst, diesen Hund zu retten. Du unterstützt mit deinem Kauf das Leid der Hündinnen, die als Gebärmaschinen missbraucht werden, das Leid der Deckrüden, die ebenfalls unter grausamen Bedingungen leben müssen und das Leid der Welpen, die viel zu früh von Mutter und Geschwistern getrennt werden. Die Hunde werden in Käfigen, übereinander gestapelten Boxen oder Verschlägen gehalten, haben keinen ausreichenden Platz und kennen keine frische Luft. Die hygienischen Bedingungen sind – sorry – unter aller Sau. Wenn die erwachsenen Hunde ausgedient und nicht das Glück haben, durch eine Tierschutzorganisation gerettet zu werden, dann werden sie entsorgt. Wenn die Welpen die ersten Wochen überhaupt überleben, dann sind Krankheiten und Verhaltensauffälligkeiten vorprogrammiert. Das vermeintliche Schnäppchen so zu einem teuren Spaß. Für jeden Hund, der gekauft wird, rückt ein Neuer nach.

Hundefarmen und Zoofachgeschäfte

Auch vom Kauf bei einer Hundefarm solltest du absehen. Zwar werden die Welpen dort augenscheinlich besser gehalten und betreut, aber der Hintergrund ihrer Herkunft ist häufig ein ähnlicher. Auch sie werden irgendwo unter schlechten Bedingungen produziert. Kein seriöser Züchter, keine seriöse Tierschutzorganisation gibt ihre Welpen in solche Hände.
Das Gleiche gilt für die Welpen eines großen Zoofachgeschäftes. Auch hier würde ich dir vom Kauf abraten. (Übrigens, so ganz nebenbei, gibt es auch für Maus, Wellensittich, Meerschweinchen und Co. ZüchterInnen bzw. Notfallstationen, wo man ein solches Tierchen adoptieren kann und auch im Tierheim gibt es sehr viele dieser Tiere).

Fazit

Bitte überlege dir gut, ob du einem Hund ein neues Zuhause geben möchtest.Bitte überlege dir gut, ob dieser Hund ein Welpe sein muss (das Leben mit einem Welpen kann anstrengend sein und ist bei weitem nicht immer romantisch) oder ob nicht ein bereits erwachsener Hund besser zu deinem Leben passt. Und bitte achte sehr genau darauf, woher dein neues Familienmitglied kommt. Danke.

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