MV Essen Borbeck 1954 e.V.
Hier steht der Spaß im Vordergrund

Obedience

Bei offenen Obedience-Wettbewerben kann jeder ohne Berücksichtigung der Größe, Rasse oder Abstammung des Hundes teilnehmen. Im Gegensatz zu vielen anderen Hundesportarten ist Obedience auch behinderten Menschen und Hunden zugänglich. Es gibt beispielsweise Rollstuhlfahrer, die diesen Hundesport betreiben. Beim Hundeführer wird keine außergewöhnliche Sportlichkeit vorausgesetzt. Auch ältere oder leicht behinderte Hunde können mitmachen, da deren Einschränkung bei der Bewertung berücksichtigt wird. Körperliche Belastungen gibt es bei Obedience für Hund und Halter praktisch nicht.

Bei Obedience muss das Mensch-Hund-Team die Übungen nicht einfach nur ausführen können, sondern es muss auch noch gut aussehen. Diese Harmonie erreicht man nur, wenn der Hund seinem Menschen vertraut und Spaß an der gemeinsamen Arbeit hat. In den Klassen Beginner, 1 und 2 wird der „Umgang Mensch-Hund“ als eigene Übung gewertet, bei der es auf die freudige Arbeit des Hunds sowie die gute Verständigung zwischen Hund und Hundeführer ankommt. In Klasse 3 gibt es keine derartige Übung; stattdessen geht die Form der Ausführung einzelner Übungen direkt in deren Wertung ein.

Obedience ist vom Grundsatz her für jeden Hund geeignet, unabhängig von Alter und Größe, da die Richter bei der Bewertung auf die Besonderheiten des Hundes und der Rasse Rücksicht nehmen. Zu den meist bekannten Gehorsamsübungen aus der Begleithundeprüfung, wie zum Beispiel Fuß laufen, Sitz aus der Bewegung und Platz mit Abrufen, kommen beim Obedience noch einige weitere Übungen, wie beispielsweise

  • Apportieren (auch von Metallgegenständen)
  • Eigenidentifikation (Geruchsunterscheidung an Gegenständen)
  • Positionswechsel auf Distanz (Wechsel zwischen Sitz, Platz, Steh)
  • Vorausschicken in eine Box (Quadrat aus 4 Pylonen)
  • Wesensfestigkeit, vor allem gegenüber anderen Hunden
  • Ablage (alle Hunde werden gleichzeitig abgelegt)

hinzu.

 

In Kurzform ergibt sich für die Beginner-Klasse folgendes Programm:

  1. Verhalten gegenüber anderen Hunden
  2. Stehen und Betasten
  3. 2 Minuten Liegen mit Sichtkontakt
  4. Leinenführigkeit
  5. Sitz aus der Bewegung
  6. Voraussenden in ein Quadrat
  7. Abrufen
  8. Apport auf ebener Erde
  9. Kontrolle auf Distanz (5 m Abstand, 2 Wechsel)
  10. Gesamteindruck

Klasse 1

  1. 2 Minuten Liegen außer Sicht
  2. Freifolge
  3. Steh aus der Bewegung
  4. Kommen auf Befehl
  5. Sitz aus der Bewegung
  6. Voraussenden in ein Quadrat (15 m Entfernung)
  7. Apport auf ebener Erde
  8. Kontrolle auf Distanz (5m Abstand, 4 Wechsel)
  9. Rücksprung über die Hürde
  10. Gesamteindruck

Klasse 2

  1. 1 Minute Sitzen mit Sichtkontakt
  2. Freifolge
  3. Steh, Sitz aus der Bewegung
  4. Kommen mit Steh
  5. Voraussenden in ein Quadrat mit Platz und Abrufen (25 m Entfernung)
  6. Apportieren mit Richtungsanweisung
  7. Apport über die Hürde (Holz- oder Metallapport)
  8. Geruchsunterscheidung aus 6 Gegenständen
  9. Kontrolle auf Distanz (10 m Abstand, 6 Wechsel, 3 Positionen)
  10. Gesamteindruck

Klasse 3

  1. 2 Minuten Sitzen außer Sicht
  2. 4 Minuten Liegen außer Sicht mit Ablenkung
  3. Freifolge
  4. Steh, Sitz und Platz aus der Bewegung
  5. Abrufen mit Steh und Platz
  6. Voranschicken mit Richtungsanweisung, Ablegen und Abrufen
  7. Apportieren mit Richtungsanweisung
  8. Metallapport über die Hürde
  9. Identifizieren (Geruchskontrolle) aus 6 Gegenständen
  10. Distanzkontrolle (15 m Abstand, 6 Wechsel)

Bewertung

Die Bewertung der Übungen erfolgt durch den Leistungsrichter auf der Basis der Prüfungsordnung und des Leistungsrichterleitfadens.

In der Internationalen Prüfungsordnung sind Punktwertungen für die einzelnen Übungen der Prüfung vorgesehen. Der Richter vergibt dabei für eine perfekte Vorführung 10 Punkte. In Abstufungen von jeweils einem halben Punkt sind dann Wertungen bis 5 Punkte möglich. Eine nicht bestandene Übung wird mit Null Punkten bewertet.

Die Übungen sind für die Gesamtbewertung der Prüfung unterschiedlich wichtig, was durch Koeffizienten ausgedrückt wird. Die vom Richter vergebene Punktzahl wird mit dem Koeffizienten der jeweiligen Übung multipliziert, um die Punktzahl für die Gesamtwertung zu ermitteln. Auf diese Weise können in der internationalen Klasse für die Prüfung 320 Punkte erreicht werden. Auf der Basis der erreichten Punktzahlen erfolgt die Bewertung:

  • Vorzüglich (v): 320 - 256 Punkte
  • Sehr gut (sg): 224 - unter 256 Punkte
  • gut (g): 192 - unter 224 Punkte

Die Prüfungsordnung des VDH sieht für die anderen Leistungsklassen ein analoges Bewertungssystem vor. Die Koeffizienten der einzelnen Übungen ändern sich je nach Prüfungsklasse. Bei der Bewertung einzelner Übungen orientiert sich der Richter an folgendem Punkteschema:

  • Vorzüglich 8 – 10
  • Sehr gut 7 – 7,5
  • Gut 6 – 6,5
  • Mangelhaft 5 – 5,5